Bei Martina und Volkmar Kessler (Die Machtfalle) habe ich diese Anwendung des Nachrichtenquadrats von Friedemannn Schulz von Thun gefunden. Das kleine Hilfsmittel hilft dabei, klar und offen Feedback zu geben und offen zu sein für Umdeutungen der eigenen Wahrnehmungen; gleichzeitig kann damit ein Ausweg aus Teufelskreisen immer gleicher Mechanismen von Aktion und Reaktion gezeigt werden. Die Beispiele und Formulierungen sind größtenteils von mir; die Kesslers formulieren das natürlich anders.

W wie Wahrnehmung (Nachrichtenquadrat: Sache)

  • Ob positive oder negative Rückmeldung (neudeutsch: Feedback): immer konkret. Ein „das hast du gut gemacht“ hilft nicht wirklich. Besser ist: Du hast mich zu Tränen gerührt./ Du hast starke Worte gefunden. Oder auch: Ich war völlig überrannt von den vielen Gedanken, die du geäußert hast./ Du hast deine Redezeit um 20 Minuten überzogen./ Du hast Dinge unterstellt und zwar…
  • „Immer“ und „nie“ sind das Gegenteil von konkreten Wahrnehmungen, sie sind selten hilfreich

I wie Interpretation (Nachrichtenquadrat: Beziehung)

  • Ich vermute, dass du mich nicht mehr magst…/ Meine Phantasie ist, dass du mir eins auswischen wolltest… – deutlich machen, wo die Interpretation beginnt und diese als Ich-Botschaft formulieren.
  • Unsere Interpretationen sind manches Mal „voll daneben“, deshalb hilft es, Klarheit zu schaffen.

E wie Emotion (Nachrichtenquadrat: Selbstkundgabe)

  • Eine möglichst klare Ansage, wie ich mich fühle hilft dem anderen. Also nicht „Man fühlt sich da ein bisschen verschaukelt“, sondern „ich fühle mich nicht ernst gemommen“, das „man“ verwischt alles
  • Ehrliche, offene Subjektivität ist besser als Pseudo-Objektivität. Besser „Mich macht das fertig“ als „Man kann das nur schlecht ertragen“.

V wie Verhaltenswunsch (Nachrichtenquadrat: Appell)

  • Ich wünsche mir…
  • Es würde mir helfen, wenn du…
  • Eine Handlungserwartung kann dann hilfreich sein, wenn sie positiv, klar und konkret geäußert wird.

Von mir aus gesehen:

Ein gutes Instrument, um in guten und in mittelguten Beziehungen klar zu sein, ohne Anklagen auszukommen und offen für Veränderungen zu sein – nicht nur beim anderen.