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Zeitungsandachten

Die Schule hat nun auch in Baden-Württemberg wieder begonnen. Ich wünsche allen Schülerinnen und Schülern Kopf und Herz und Kopfsalat

Wenn dein Kopf jetzt wieder besonders gefragt ist: Gott segne dich.

Gott segne deinen Kopf. Gott segne dich mit Verstand, um zu verstehen.

Er schenke dir ausreichend Schlaf und Wachheit im richtigen Moment, damit du merkst.

Gott lasse dich lernen wie du dir merkst, was du merkst. Gott segne deinen Kopf.

Gott segne deinen Kopfsalat, wenn alles durcheinander geht.

Wenn du viel zu müde, viel zu blöd, viel zu verspielt oder viel zu verliebt bist, um zu lernen:

Gott schenke dir Menschen, die dich nicht beurteilen und schon gar nicht nach deinen Noten. Gott segne deinen Kopfsalat.

Gott segne dein Herz. Mitten drin in all dem Verstehen und Wissen soll dir ein weites Herz wachsen. Gott schenke dir, dass du selbst wirst wie ein Kopfsalat. Der hat das Herz – mitten im Kopf.

Dieser Beitrag ist am 14. September 2019 in der Südwestpresse / Metzinger-Uracher Volksblatt und Alb Bote erschienen. Veröffentlichungen nur nach vorheriger Freigabe durch den Autor (C) David Andreas Roth

Ein einziges Wort kann ein ganzes Menschenleben verändern. Verheiratete wissen das. Es gibt Worte, die besonderen Wert haben. Das „Ja“, das einem Menschen unverbrüchliche Liebe zusichert, ist so ein Wort.

Ich freue mich darüber, dass es die guten Worte gibt, denn natürlich wird auch viel Müll geredet: Unwichtiges und Unwahres, sogar Zerstörerisches und Tödliches. Hetze und Hass scheinen ja allgegenwärtig, in den „sozialen“ Medien ebenso wie ganz traditionell in Kantinen, Kneipen und auf Familienfesten. Ob das wirklich mehr geworden ist? Ich weiß es nicht.

Ich weiß aber, dass die Worte, die das Leben positiv verändern, oft nicht so laut daherkommen. Es gibt sie aber tausendfach, sie sind lebendig und ihr Wert ist höher als der anderer Worte. Es sind die Worte der Liebe. Es ist das „Ich bin für dich da“, das man einer todkranken Freundin sagt. Es ist das „Gut gemacht“, das aus Überzeugung gesagt ist. Es ist ein „Probier‘ es noch einmal“ für einen Gescheiterten und ein „Lass ruhig los, du darfst jetzt gehen“ für den Sterbenden. Es gibt tausende solcher guten Worte.

In der Bibel steht einmal: „Redet nicht schlecht voneinander, sondern habt ein gutes Wort für jeden, der es braucht“ (Epheser 4,29). Ich finde das ist ein guter Rat. Ein einziges Wort kann ein ganzes Menschenleben verändern. Es sollte ein gutes Wort sein.

Dieser Beitrag ist als „Angedacht“/“Kirchenwort am 24. August 2019 in der Südwestpresse – Metzinger Volksblatt/Alb Bote erschienen. Alle Rechte liegen (c) beim Autor David Andreas Roth.

Was macht ein Buch – speziell eine Bibel – eigentlich wertvoll?

Die Bibel ist ein Rekorde-Buch. Sie ist der unbestrittene Welt-Bestseller aller Zeiten. Etwa 4 Milliarden Exemplare wurden gedruckt und verkauft. 70 Stunden braucht man, um die 66 Bücher, aus denen das Bibelbuch zusammengestellt ist, laut vorzulesen.

Die kleinste Bibel der Welt ist ein Dia, auf dem die Seiten im Maßstab 48.400 : 1 nur unter dem Mikroskop lesbar sind. Die größte lesbare Bibel ist wohl die Holzbibel, die Lous Waynai 1930 in Los Angeles fertiggestellt hat: 8.048 hauchdünne Holzseiten, bringen die einen Meter hohe Bibel auf eine Dicke von 2,5 Metern.

Die teuersten Bibeln sind die Gutenbergbibeln, die mit Preisen um die 10 Millionen Euro gehandelt werden. Ein Johannesevangelium, handgeschrieben, hat es auf 13,4 Millionen Euro gebracht.

Doch die wertvollste Bibel der Welt ist nach wie vor eine, die gelesen wird. Meine abgegriffene und abgewetzte Bibel, die mir Trost gibt und in der so schöne Sätze stehen wie: „Nichts in der ganzen Welt kann uns jemals trennen von der Liebe Gottes.“ Suchen Sie in Ihrer Bibel doch einmal nach dem Römerbrief, Kapitel 8, Vers 39 – und machen Sie Ihre Bibel zur wertvollsten Bibel der Welt, stöbern Sie, entdecken Sie. Das ist wertvoll.

Dieser Text ist am 13. Juli 2019 als Angedacht/Kirchenwort in der Südwestpresse (Metzinger-Uracher Volksblatt und Alb Bote) erschienen. Verwendung – auch in Auszügen nur nach Freigabe durch den Autor (c) David Andreas Roth

Meistens ist es einfacher, bei anderen die Fehler zu sehen. Ein Zeitungsbeitrag in der Südwestpresse Angedacht (Metzinger-Uracher Volksblatt) und Kirchenwort (Alb Bote).Balken.jpg

Jesus fragt: „Wie kommt es, dass du den Splitter im Auge deines Bruders siehst, aber den Balken in deinem eigenen Auge nicht bemerkst?“ Eine geniale Frage, auf die er keine Antwort gibt, sondern nur eine Lösung: Zieh dir erst einmal selbst den Balken aus dem Auge, dann kannst du dich um die Splitter bei den anderen kümmern.

Es stimmt ja! Den Balken übersieht man eben so leicht! Ich denke an Eltern, deren Kinder mitbekommen, dass die Verkehrsregeln kaum Bedeutung haben. Ob da 70 auf dem Schild steht, Überholverbot oder Tempo 30 – die Erwachsenen machen einfach, was sie wollen. Und natürlich regen sie sich darüber auf, wenn die Kinder keine Regeln einhalten… Wo ist da der Balken, wo sind die Splitter? Und wo sollte man anfangen? Ich könnte wahrscheinlich unendlich viele solcher Beispiele finden – für andere. Und wenn ich ehrlich bin, dann habe ich auch einen Balken. Oder vielleicht sogar zwei oder drei?

„Wie kommt es, dass du den Splitter im Auge deines Bruders siehst, aber den Balken in deinem eigenen Auge nicht bemerkst?“ – Egal. Einfach raus damit! Anders als beim Telefonieren gilt: Schon ein Balken ist einer zu viel.

Dieser Beitrag ist am 11. Mai 2019 in der Südwestpresse erschienen. Verwendung nur nach vorheriger Freigabe durch den Autor (c) David Andreas Roth
Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat ihre aktuelle „Mitte-Studie“ veröffentlicht. Angst, Verschwörungstheorien und, flapsig gesagt, ein „mulmiges Gefühl“ spielen für viele in Deutschland eine wesentliche Rolle im Alltag. Politiker würden fremdbestimmt, das Gefühl eigener Ohnmacht erscheint allgegenwärtig. Darauf reagiert meine Andacht im Reutlinger Generalanzeiger an diesem Wochenende. Naiv? Kindlich? Vielleicht, ja, wahrscheinlich. Gut so, finde ich.

angst5Angst. Ständig begegnet sie mir. Angst vor allem Möglichen und Unmöglichen: Angst vor den Fremden und Angst vor den Mächtigen, Angst vor denen, die im Verborgenen die Strippen ziehen, Angst davor, dass alles immer schlechter wird.

Ich glaube, das war schon immer so. Und deshalb steht so oft in der Bibel: „Hab keine Angst“. Gott sagt das. Engel sagen das und auch Menschen, die Erfahrung mit Gott haben, sagen: „Hab keine Angst!“

Es gibt zwar etwas zu fürchten, ABER…

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„Hab keine Angst“ sagt Gott: Und damit verschwindet die Angst nicht, aber sie wird kleiner, weil Gott größer ist als alles, was  uns Angst machen kann.

„Hab keine Angst“ sagen die Engel: Sie führen nicht immer an den Gefahren und Schwierigkeiten vorbei, aber sie lassen uns nicht allein.

„Hab keine Angst“ sagen Menschen, die Erfahrung mit Gott haben. Denn sie wissen, dass das, was uns das Ende scheint, der Anfang ist bei Gott. So wie Jesus vom Tod auferstanden ist, so gibt es neues Leben für die, für die alles vorbei zu sein scheint.

 

Vielleicht bin ich ja ein bisschen naiv. Aber ich glaube. Und wer glaubt, hat weniger Angst.

 

Diese Zeitungsandacht ist am 4. Mai 2019 im Reutlinger Generalanzeiger. Wiedergabe, auch in Ausschnitten, nur nach vorheriger Einverständniserklärung mit dem Autor (c) David Andreas Roth

IMG_3000Interessiert es Gott denn gar nicht, wenn ich leide? Weiß er, wenn meine Lieben leiden? Gott leidet ja nicht. Er kennt das gar nicht. Das trennt ihn von uns, so könnte man meinen. Doch das stimmt nicht. Jesus hat alles durchlitten, was ein Mensch erleiden kann. Wie einsam wir auch sind, welche Bösartigkeiten und Schmerzen wir auch erleben – Gott kennt das. Jesus weiß, wie wir fühlen. Unser Schmerz, unser Leid und auch unsere Zweifel trennen uns nicht von Gott. Im Gegenteil. Er teilt sie mit uns. Er ist an unserer Seite.

Daran erinnern die Wochen bis zum Karfreitag. Gott selbst hat die schlimmsten Schmerzen und die tiefste Einsamkeit durchlebt und ist ganz elend und verlassen gestorben. Gott hat sich aus Liebe zu uns mit unserem Leiden verbunden.

Nichts kann uns trennen von der Liebe Gottes:

(Das ist eine freie Übertragung eines Bibeltextes: Neues Testament, Brief an die Römer, Kapitel 8, Vers 38f.:)

Nichts! Nichts kann uns trennen von der Liebe Gottes! Weder Tod noch Leben, keine Kraft der Welt oder des Himmels, auch nicht die Sorgen um die Gegenwart und um das, was kommt. Nicht einmal die Mächte der Hölle könnten uns von der Liebe Gottes trennen.

In meinen bittersten und einsamsten Stunden habe ich angefangen zu beten. Und ich habe gespürt: Gott ist da, an meiner Seite. Er versteht. Und nichts trennt mich von ihm. Gar nichts.

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Dieser Text ist am 9. März 2019 als „Angedacht“ im Metzinger-Uracher Volksblatt und als „Kirchenwort“ im Alb Bote, beide Südwestpresse, erschienen. (c) David Andreas Roth – Veröffentlichung, auch in Teilen, nur nach Einwilligung durch den Autor.

img_4621Der 6. Januar ist der Tag, an dem die gefeiert werden, die auf der Suche sind und gar nicht wissen, was sie suchen: Die heiligen drei Könige, also die Menschen, die dem Stern gefolgt sind.

Sie sind „Menschen wie du und ich“. Sie suchen nach Gott in einer gottlosen Welt. Aber sie wissen es nicht einmal. Sie suchen nach dem, der Licht ist in der Dunkelheit. Sie suchen nach dem, der Liebe ist. Aber sie wissen es nicht einmal.

Sie sind zu schnell mit ihren Antworten. Sie meinen, dass sie die Antworten da finden, wo Erfolg und Macht und Geld zusammenkommen.

Sie werden enttäuscht von Erfolg und Macht und Geld. Doch die Suche geben sie nicht auf. Und so kommen sie zum Stall, zu Jesus, zu Gott. Gott überrascht sie.

Sie finden das Licht der Welt und die Liebe Gottes. Der 6. Januar ist der Tag, an dem die gefeiert werden, die auf der Suche sind und gar nicht wissen, was sie suchen.

Wir, du und ich, wir suchen nach Licht und Liebe. Wir suchen nach Gott in einer gottlosen Welt. Gib nicht auf. Gott überrascht uns. Er lässt sich finden. Und die Fragenden werden feiern.

Dieser Beitrag erschien als Angedacht am 5. Januar 2019 in der Südwestpresse / Metzinger-Uracher Volksblatt. Verwendung und Veröffentlichung, auch in Auszügen nur nach vorheriger Freigabe durch den Autor (c) David Andreas Roth

 

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