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von mir aus der letzten Zeit

Eine beeindruckende kleine Wanderung, bei der Kreuze als Zeichen für das Leben eine besondere Rolle spielen.

Am Anfang des Weges bieten Wegkreuze und rote Bänke eine gute Orientierung.

Es geht los in Frauenzell, einer kleinen Ortschaft im bayrischen Allgäu. Die etwas mehr als 800 Einwohner zählende Gemeinde gehört zum Markt Altusried. Startpunkt ist neben der Kirche am Kindergarten, der über ganz besondere Verkehrszeichen verfügt. Ob er damit auf die Rush-Hour mit Bobbycars hinweisen möchte?

Wie dem auch sei, der Weg führt um die Kirche herum, ein schönes Sträßchen entlang und dann aufs Feld. Im ersten Bild kann man gut die Orientierungspunkte sehen: Rote Bänke, Feldkreuze. Es geht über Buch und Maggmanshofen in Richtung Gschnaidt. Das ist ein Weiler, der ebenfalls zu Altusried gehört. Er besteht aus zwei Kapellen und einer Gaststätte, dem Gasthof zum Kreuz.

Kurz hinter Frauenzell – der Weg steigt an, ist aber bequem zu gehen.

Ich hatte schon früher von Gschnaidt gelesen und gehört. Der Weiler ist ein Wallfahrtsort. Es gibt Sagen rund um den Berg, auf dem die wenigen Gebäude stehen. Und es heißt, der „Wald der Kreuze“ rund um die Kapellen sei „mystisch“, „ergreifend“ und „anrührend“. Das hat mich interessiert und im nachhinein kann ich sagen: Das ist alles wahr – aber untertrieben.

Der Weg führt durch den Wald immer weiter aufwärts, bis schließlich die ersten Kreuze sichtbar werden – noch bevor man die Kapellen sieht, verändert sich der Wald.

Mitten im Wald beginnt der „Wald der Kreuze“. Menschen sind hierher gekommen, um Grabkreuze in den Waldboden zu stecken, rund um die Kapellen. Namen, Bilder, Lebensdaten… Es ist mystisch, ergreifend, anrührend, plötzlich von all diesen Kreuzen umgeben zu sein.

Ich habe ständig mit dem Tod, mit Trauer und Abschied zu tun. In diesem Umfeld habe ich einmal mehr gemerkt, dass mich die andauernde Beschäftigung damit nicht imprägniert hat gegen das, was in Gschnaidt so augenscheinlich wird.

Ich habe geweint zwischen all diesen Kreuzen. Und ich hatte Mühe, meine Gefühle zu sortieren.

Der Ort hatte für mich natürlich auch etwas von „memento mori“, die Erinnerung daran, dass wir alles sterblich sind.

Doch er ist vor allem geprägt von Liebe. Menschen haben sich die Mühe gemacht, die Grabkreuze ihrer Lieben dorthin zu bringen. Sie haben sie aufgestellt, vielleicht als ganze Familie, vielleicht als die einzige Hinterbliebene – mit Respekt, mit dankbarem Erinnern, mit der Hoffnung auf ein Wiedersehen. Jedes dieser Kreuze ist ein Lebens-Zeichen. Ein Zeichen dafür, dass ein Leben Spuren hinterlassen hat im Leben von anderen.

Es sind hunderte von Kreuzen, vielleicht tausende. Ich habe nicht gezählt. Manche sind alt, ganz verwittert, manche schon zerfallen. An einer Stelle hat jemand Bilder und Christusfiguren zusammengetragen, die zu Kreuzen gehört haben.

Auch das sind Lebens-Zeichen. Liebe und Hoffnung und Glaube sind in Gschnaidt für mich zu sehen, ja, zu fühlen gewesen, nicht zuletzt deshalb, weil ein Kreuzweg an den Kapellen seine letzten Stationen hat. Mit dem Kreuz ist ein Lebens-Zeichen gesetzt für Glaube, Hoffnung und Liebe. Der Glaube an ein Wiedersehen. Die Hoffnung darauf, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Die Liebe, die der Tod nicht beenden kann.

Ein mystischer Ort, ergreifend, anrührend. Und das ist noch untertrieben.

Der Weg zurück Richtung Frauenzell führt entlang des Kreuzweges, der zu den durch die Kreuze hindurch. Auf steilen Pfad geht es den Berg hinunter zu einem Brunnen und dann nach rechts auf einem breiten Waldweg weiter.

Man folgt dem Weg bis zu einer Abzweigung nach links, die nach Vorderbrennberg und weiter über Rungatshofen zurück nach Frauenzell führt. Die reine Gehzeit liegt bei etwa zwei Stunden. Auf der Wegstrecke öffnet sich mit dem Weg aus dem Wald noch einmal der Blick weit in die Ferne, bevor man wieder am Kindergarten ankommt… Gut aufpassen da. Wegen des Werkverkehrs!

Vater4Ab Mittwoch, 12. Juni, bin ich wieder im Radio zu hören. SWR1: 5:57 und 6:57, SWR4: 5:57 Uhr.

Besondere Beiträge, finde ich, vielleicht erzähle ich bei Gelegenheit über den Hintergrund noch etwas mehr…

Ich freue mich über Rückmeldungen.

Jetzt blühen sie wieder. Eine friedliche Armee von Frühlingsboten ist im Wolfstal bei Lauterach angetreten, um fröhlich den Frühling anzukündigen. Begleitet werden die leuchtend weißen Blumen von Pilzen, die so tapfer so tun, als wären sie nicht vom Aussterben bedroht und Farbe bekennen. Welche? Zinnoberrot.

Wer sie noch sehen will, muss in diesem Jahr wohl schon bald starten. Zum Beispiel auf eine Wanderung durch das Wolfstal, nach Erbstetten, an Burgruinen vorbei hinab nach Unterwilzingen und die Lauter entlang bis zur Laufenmühle und zum Ausgangspunkt.

In Lauterach zeigen Schilder den Weg zum Wolfstal und zum Biosphären-Infozentrum. Schon wenige Schritte vom Parkplatz entfernt beginnt das felsige Tal. Es begrüßt einen schon mit den ersten Märzenbechern. Und wer genau hinschaut, sieht vielleicht auch schon bald die zinnoberroten Kelchbecherlinge (die für Menschen mit Rot-Grün-Schwäche wie mich auf unserer Tour häufig aus dem Schnee hervorgeleuchtet haben).

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Es sind tatsächlich Hunderte, Tausende, Abertausende, unzählbar viele Blumen, die am Rand des Weges bis hinauf in den Wald stehen und sich willig von den Menschen betrachten und fotografieren lassen. Wer an einem Wochenende kommt, sollte sich nicht wundern, dass neben den vielen Blumen auch viele Menschen unterwegs sind. Der frühe Wanderer genießt im Stillen…

Der Weg führt leicht ansteigend hinauf bis zu einem Wanderparkplatz.

IMG_5537Den Parkplatz kann man rechts liegen lassen und nach links Richtung Erbstetten wandern. Egal, ob man den Wiesenweg am Waldrand entlang nimmt oder dem asphaltierten Wirtschaftsweg folgt: Es ist eine schöner Abschnitt des Weges, der dann auf Höhe des Schullandheimes Vogelhof gekrönt wird von einem Gehege für Hirsche. Einfach nicht an Hirschgulasch denken, die Tiere in ihrer friedlichen Ausstrahlung genießen (sie lassen sich sogar streicheln) und dann weitergehen. Habe ich schon gesagt, dass man die reine Strecke locker in 3 Stunden „schaffen“ kann, das aber niemals schaffen wird…? Die Tiere und dann kurz darauf Unterwilzingen, ein Dorf, das wie aus dem Bilderbuch zu sein scheint. Überall gibt es etwas zu sehen, zu genießen…

Und das sind noch lange nicht alle Highlights! Rechts an der Kirche vorbei geht es durch das Dorf hinauf in den Wald. Dem Waldweg folgend in Richtung Ruine Wartstein lohnt es sich bis zum Heumacher-Felsen durchzuwandern. Denn hier öffnet sich der Blick über die Albfläche und – wenn man das richtige Wetter erwischt – bis zu den Alpen, die zum Greifen nah erscheinen!

Irgendwann muss man sich losreißen und da es auf der Höhe weitergeht und noch die eine oder andere Ruine auf der Wanderroute liegt, hofft man auf weitere Aussichten. Und wird nicht enttäuscht.

Die Ruine Wartstein besteht im Wesentlichen aus ein paar Mauerresten und einem modern anmutenden Turm: Auf den muss ich natürlich hinauf und oben in eisigem Wind kann ich natürlich wieder die Aussicht genießen!

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Die leztzten Bilder sind schon auf dem Weg zur Ruine Monsberg und zur Ruine St.Ruprecht, die am Weg oberhalb des Tales der Großen Lauter liegen. Von St. Ruprecht, einem Hügel, an dem man nur noch die Wallanlagen sehen kann, geht es auf steilem Weg hinunter auf den Talboden und dann bequem bis Unterwilzingen.

Spuren sieht man am Ufer der Lauter, die hier auch Teil eines Wassererlebnisweges ist.

Der Biber ist wieder im Tal der Großen Lauter angekommen und das sieht man auch. Es geht über einen Steg und am Anfang der Ortschaft über die Brücke zurück über die Lauter. An der Ecke steht ein verwilderndes Wegkreuz, das Anlass geben kann, über Gott und die Natur nachzudenken…

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Der weiße Fischreiher/Silberreiher ist ein besonderes Plus für diese Überlegungen über Gott und die Natur. Ich selbst bin immer wieder begeistert über die Schönheit, die mir an so vielen Stellen begegnet und die für mich den kreativen Geist bezeugen, der sie erdacht hat.

Der Weg führt weiter an der Lauter entlang und die Spuren des menschlichen Geistes werden sichtbar.

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Die Aquädukte (Wasser-Brücken) der Laufenmühle sind beeindruckend. Hier wurde mit Wasserkraft einmal Tuffstein gesägt. Heute lässt sich hier gut einkehren.

Jetzt ist es auch nicht mehr weit zurück zum Parkplatz und zu einem letzten kleinne Abstecher ins Wolfstal. Noch einmal kurz nachzählen, ob alle noch da sind…

Text und Fotos unterliegen dem Copyright. Verwendung nur nach vorheriger Genehmigung durch den Autor (c) David Andreas Roth.

 

Manche fragen mich das: Warum machst du so viele Beerdigungen? Bist du wirklich gern Trauerredner? Ist das nicht deprimierend?

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Ja, manchmal ist es deprimierend und ich bin froh, wenn ich von einem Trauergespräch oder einer Beisetzung zurückfahre und im Auto noch ein bisschen Zeit habe, um zu beten, mir das aufgenommene Leid von der Seele zu reden. Ich bin dankbar, dass ich oft spüren kann, dass Gott dann da ist. Und ich meine immer wieder, dass er mich bestätigt und mir sagt: „Das ist gut, dass du mitfühlst. Das ist richtig, dass du nicht abstumpfst. Wenn es so weit kommt, dass du nichts mehr empfindest, dann musst du aufhören.“  Und er nimmt mir die Belastung.

Meist bin ich aber einfach und gern Trauerredner. Denn oft bekomme ich natürlich auch Bestätigung von den Angehörigen, Freunden und Trauergästen. Eigentlich ist es schon ein Lob, wenn die Menschen auf dem Friedhof „Auf Wiedersehen“ zu mir sagen – denn sie kennen mich ja meist nur als den, den man auf dem Friedhof trifft.

Ein wirklich großes Lob ist es, wenn ich gefragt werde, ob ich mit der Verstorbenen oder dem Verstorbenen schon lange befreundet war. Dann weiß ich, dass ich im Trauergespräch gut zugehört habe, in dem ich das erste Mal etwas über diesen Menschen erfahren habe.

IMG_8140 (1)Die Beisetzung ist ein sehr wesentlicher Schritt für die meisten, die Abschied nehmen müssen, doch so wichtig die Trauerfeier auch ist, das Trauergespräch im Vorfeld ist manches Mal der Punkt, an dem die wirklich wichtigen Dinge für die nächsten Menschen des Verstorbenen passieren: Sie schauen hinter eine Zeit der Pflege zurück auf den lebensfrohen Menschen, sie werden sich bewusst, welche Prägung sie mitbekommen haben, sie gehen einen Schritt in Richtung Versöhnung oder werden sich bewusst, über was alles nie geredet wurde…

Ich bin immer dankbar, wenn ich nach so einem Gespräch verabschiedet werde mit den Worten: „Jetzt ist mir leicher!“ oder „Ich hatte Angst vor dem Gespräch, aber wir konnten ja sogar miteinander lachen – das wäre ganz nach seinem Geschmack gewesen…“

Ich bin bin froh und dankbar, wenn es gelingt, dass das Leben, um das es geht, und der Mensch, um den es geht, gewürdigt werden.

Mein bisher eindrücklichstes Lob habe ich von einem gestandenen Mann ohne Hang zur Sentimentalität bekommen: „Herr Roth, nach unserem Gespräch habe ich gesagt: Jetzt habe ich meine Mutter wieder!“

Da habe ich fast geweint vor Glück.

Ein einziges höfliches Wort kann einen ganzen Tag erhellen.

Ein einziges Wort kann einen ganzen Tag hell machen. Das ist wirklich wahr. Das Wort „Danke“ hat erst vor kurzem auf mich genau diese Wirkung gehabt. Es hat meinen Tag hell gemacht.

Ich kenne Boris jetzt schon ein paar Monate. Seit er in der Flüchtlingsunterkunft angekommen ist, haben wir immer wieder einmal Kontakt. Der achtjährige Roma-Junge mit den großen, dunklen Augen hat in der kurzen Zeit schon recht gut Deutsch gelernt. So kann er mir auch an diesem Abend helfen, als ich mich mit seinem Vater unterhalten will. Dem fällt die deutsche Sprache viel schwerer. Wir unterhalten uns darüber, wie sie in Serbien gelebt haben. Und Boris übersetzt. Dank des Jungen verstehen wir Männer, was wir einander sagen wollen.

Später habe ich Boris gesagt, wie wichtig es ist, dass er so schlau ist. „Schlau?“ fragt er. Er kennt das Wort noch nicht. Ich sage: „Ja, schlau. Das heißt so viel wie klug.“ Das Wort kennt er auch nicht. Mir fällt ein Wort ein, dass ich so ähnlich schon auf Serbisch gehört habe: „Intelligent“. Das versteht er! Und er schaut mich einfach nur an mit seinen großen Augen und sagt: „Danke.“

Nur dieses eine Wort. „Danke“ In diesem Moment ist es für mich hell geworden. Dieser Mensch, der einfach höflich das tut, was naheliegt, er hat mir mit diesem einen Wort den Abend und den ganzen nächsten Tag hell gemacht.

An den darauf folgenden Tagen habe ich selber anderen Menschen für jede Kleinigkeit ein „Danke“ gesagt. Vielleicht hat das ihnen auch den Tag hell gemacht.

Boris weiß von all dem bis heute nichts. Und wenn ich es ihm erzählen würde, könnte er wahrscheinlich gar nicht verstehen, was daran Besonderes sein soll. Es gibt ja auch keine vernünftige Erklärung für die Wirkung, die das kleine Wort „Danke“ auf mich hatte.

Später habe ich darüber nachgedacht:

Wie oft hat wohl eine Kleinigkeit, die ich gesagt oder getan habe, eine ähnliche Wirkung gehabt? Wie oft ich wohl schon jemandem den Tag hell gemacht habe – wenn ich einfach das Naheliegende, Höfliche und Freundliche getan habe? Und jeden Tag gibt es wieder unzählige Gelegenheiten dafür! Wie schön!

Dieser Beitrag wurde am 15. Oktober 2015 als Abendgedanke auf SWR4 gesendet. (c) David Andreas Roth Wiedergabe auch in Ausschnitten nur nach vorheriger Zustimmung des Autors.

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Urlaub…

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… ich hatte ihn nötig. Für ein paar Tage raus, zu zweit, Wandern, genießen. Balderschwang. Kannte ich nur dem Namen nach. Von Deutschland aus geht es über die höchste Passstraße Deutschlands (1407m), den Riedbergpass. Davon hatte ich bis vor kurzem keine Ahnung.

Dahinter öffnet sich ein Tal, das wirklich schön ist mit allem, was das Allgäu klasisch erwarten lässt: Kühe, Bäche, Wiesen und jetzt im Herbst wunderschön gefärbte Wälder.

balderschwang 091Im „Wäldle“, Oberberg 3, bei Familie Holzmann waren wir untergebracht: Gepflegt, nette Menschen, sehr freundlich und preisgünstig haben wir gewohnt. Ein Wanderweg startet direkt am Haus. Besser geht es kaum. Ja, und im Hintergrund sieht man den Säntis…

balderschwang 049Doch bevor ich zuviel ins Detail gehe einfach ein paar Eindrücke, denn die Kamera war fast immer dabei…

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„Herrgottsbeton“ nennt man das „Nagelfluhgestein“, das überall im Tal zu finden ist. Natürlich entstandenes Gestein, das geschliffen richtig schön aussieht.

Unglaublich beeindruckend alles, was aus Fels ist… Da (nächstes Foto) waren wir wirklich oben… Die Beslerrunde – sie beginnt – natürlich – am Riedbergpass.

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Neben den riesigen Dingen haben mich natürlich auch die ganz kleinen Dinge immer wieder fasziniert.

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Es gibt unendlich viele Farne, Moose, Flechten, Pilze mit bizarren Formen und Farben. Und – als ich genau hingesehen habe, habe ich auch Blaubeeren entdeckt. Kein Foto von ihnen – gleich gegessen!

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Beslerrunde 027Die Formen- und Farbenvielfalt der Flechten und Moose hat dazu geführt, dass ich manchmal für meine Verhältnisse wirklich sehr langsam vorangekommen bin.

Abschalten und in einer anderen Welt ankommen.

Einfach nur beobachten.

Und plötzlich spürt Karin, dass auch wir beobachtet werden.

Ein vorsichtiger Blick…

… Vier Augen schauen zu uns herüber…

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Nein, es sind mehr…

Beslerrunde 044Und noch was Tierisches zum Schluss: Dieser Admiral liebt Holz. Bevor er sich auf dem Zaunpfosten niedergelassen hat, landete er auf meiner Stirn… Ein unglaubliches Gefühl…

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Zum Ausflug in die Breitachklamm muss ich wohl mal an anderer Stelle berichten.

Eine spannende Einladung war es, die Thomas P. Zecher mir zukommen ließ. Ein Film – mit Liveperformance…

Ein besonderes Projekt

Er wolle mit seiner Frau Petra, mit mir und dem Musiker Stephen Blaich zum Festakt „25 Jahre Große Kreisstadt Metzingen“ etwas in unserem Städtchen noch nie Dagewesenes produzieren. Ein Film, etwa 15 Minuten lang, der als DVD produziert würde und beim Festakt in der Stadthalle als Live-Performance – mit Klavierbegleitung und Live-Moderation – „aufgeführt“ würde.

Gerne habe ich zugesagt. Die ersten Absprachen mit der Stadtverwaltung waren längst gelaufen: Die letzten 25 Jahre sollten dargestellt werden. Akzente wie Veränderung der Innenstadt, Bildung oder Verkehr waren gesetzt.

Bei einem ersten Treffen stellten die Zechers eine Fülle von Material vor, das aus Fotos aus dem Archiv der Stadt, aber auch aus vielen eigenen Filmaufnahmen zusammengestellt war. Erste Textvorschläge hatten Zechers mir gemacht, die ich dann in „meine Sprache“ umgesetzt habe und mit eigenen Ideen und verschiedenen Sprech-Formen unterlegt habe.

Arbeit und Professionalität aller

Bis zu einem zweiten Treffen ist es dann gelungen, das Material auf 15 Minuten zu kürzen und den Text in der Medienakademie Metzingen einzusprechen. Große Zusstimmung und einige Erweiterungs- und Änderungswünsche bescherten eine zweite – jetzt doch schon recht kurzfristige Beschäftigung mit der Materie.

Was wirklich begeisternd war, war die professionelle Zusammenarbeit. Sowohl die Stadtvewaltung (es gibt auch nervige Kunden, die Leute dort inklusive Oberbürgermeister gehören absolut nicht dazu!) als auch die Zechers und Stephen Blaich haben jeweils das eigene Wissen, Können und vor allem Sprachfähigkeit und Kommunikationswillen eingebracht, sodass mit der Arbeit über die Cloud und dann einer einstündigen Probe alles vorbereitet war.

Am Abend des 16. Juli war dann doch auch bei mir Aufregung angesagt. Auch wenn die Stadthalle bei Weitem nicht gefüllt war: Bei so viel Technik und wenn es darauf ankommt, auf den Punkt genau zu sprechen, kann einiges schief gehen. Würde der Film überhaupt ankommen. Wenn man sich dei 17 Minuten bereits 20mal angesehen hat, verblasst die Erinnerung an die erste, eindrückliche Wirkung…

Doch es kam wie vom Team gedacht: Petra Zecher führte souverän Regie, Thomas Zecher leitete gekonnt mit dem Verfolger, Stephen Blaich machte Musik, die in der Verhaltenheit wie in den Solo-Teilen einfach nur faszinierend war. Von den ersten Sekunden an saßen die Leute ganz vorne auf ihren Stühlen, gespannt, aufmerksam. Sie gingen mit. Und es hat richtig Spaß gemacht!

Menschingen

Eine Sprachschöpfung ist mir gelungen, die vielleicht – wie die Zeitung es zumindest aufgegriffen hat – prägend sein könnte, die mir nach fast 20 Jahren in Metzingen, aber einfach auch stimmig scheint: Metzingen ist Menschingen. Die Menschen hier bringen sich ein, tun etwas, lamentieren nicht nur. Es gibt einen extrem hohen Anteil von Leuten, die sich in Vereinen und Initiativen engagieren und die ehrenamtlich tätig sind. Es ist schön, hier zu leben, weil auch andere nicht nur hier wohnen, sondern ebenfalls leben… (O.K., das ist jetzt ein bisschen bei IKEA geklaut).

Hier noch ein Link zu einem der Zeitungsberichte. Hier klicken

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