Wenn es stimmt, dass Weihnachten eigentlich nicht das „Fest der Familie“ ist, weil eigentlich die Ankunft von Jesus gefeiert wird: Vielleicht haben wir dann in diesem Jahr mehr als je die Gelegenheit, das „Eigentliche“ zu tun.

Wenn es stimmt, dass Jesus, der Sohn Gottes, seine Macht im Himmel losgelassen hat, weil er ohnmächtig wie ein Kind zu uns Menschen kommen wollte: Vielleicht haben wir mehr als je die Gelegenheit, nicht zu beschäftigt zu sein und ihn aufzunehmen.

Wenn es stimmt, dass das Kind in der Krippe einmal der Mann am Kreuz sein wird und der, der von den Toten aufersteht, um allen Leben zu geben: Vielleicht ist dann an diesem Weihnachten mehr als je die Gelegenheit für ein einfaches Gebet:

„Wenn es stimmt, Gott, dass du mich so sehr liebst, dass du in die Welt gekommen bist als Kind, und wenn es stimmt, dass du gestorben und auferstanden bist: Ich will dich glaubend aufnehmen in meinem Herzen und ein Kind Gottes werden, das, wenn es einmal gestorben ist, auch auferstehen wird zum Leben. Amen.“

Vom Evangelisten Johannes gibt es eine Kurzzusammenfassung des „Eigentlichen“ von Weihnachten: „Allen, die ihn aufnahmen und ihm Glauben schenkten, verlieh er das Recht, Kinder Gottes zu werden.“ Vielleicht haben wir mehr als je die Ruhe dazu, das „Eigentliche“ zu tun.

Dieser Beitrag wurde als „Auf ein Wort“ am 24. Dezember 2020 im Reutlinger Generalanzeiger veröffentlicht. Verwendung, auch in Auszügen, nur nach vorheriger Freigabe durch den Autor (c) David Andreas Roth