Werden wir einmal auferstehen? Werden wir uns wiedersehen? Oder wird mit dem Körper alles begraben, was wir an Leben in uns haben?

Ein Friedwaldförster hat mir erzählt, als „sein Wald“ eröffnet habe, da hätte er erwartet, dass bei den meisten Bestattungen weder gebetet noch von einem „Wiedersehen“ gesprochen wird. In den Wald, so dachte er, kämen die, die mit der Kirche und dem Glauben abgeschlossen hätten. „In 95% der Fälle ist das aber gar nicht so“, sagt er aus seiner Erfahrung. Die Menschen hofften auf ein Leben nach dem Tod. Es würde gebetet und von einem Wiedersehen, von der Hoffnung auf den Himmel gesprochen. Und auch wenn er „kein extremer Christ“ sei, wisse er gar nicht, wie er selbst ohne diese Hoffnung leben sollte.

In meinem Alltag als Beerdigungsredner geht es mir ähnlich. Selbst Menschen, die in der DDR aufgewachsen sind, also in einem Land gelebt haben, in dem erst durch die Nazi-Ideologie, dann durch die kommunistische „Wissenschaftsgläubigkeit“ das Leben nach dem Tod in Abrede gestellt wurde – selbst von ihnen haben 8 von 10 die Hoffnung, dass sie ihre Verstorbenen wiedersehen.

Begründete Hoffnung

Als Christ habe ich diese Hoffnung auch. Ich kann sie sogar begründen. Wenn andere sagen: „Man weiß es nicht, bis jetzt ist noch niemand zurückgekommen…“ kann ich sagen: „Man kann gewiss sein, denn Jesus ist auferstanden. Er lebt und ich vertraue darauf, dass ich mit ihm leben werde!“

Wenn die Toten nicht auferstehen, dann ist auch Christus nicht auferstanden.
Wenn aber Christus nicht von den Toten auferweckt wurde, ist euer Glaube nichts als Selbstbetrug, und ihr seid auch von eurer Schuld nicht frei.
Ebenso wären auch alle verloren, die im Glauben an Christus gestorben sind.
Wenn der Glaube an Christus uns nur für dieses Leben Hoffnung gibt, sind wir die bedauernswertesten unter allen Menschen.

1.Korinther 15,16-19

An der Auferstehung von den Toten scheiden sich die Geister. Sogar im „christlichen Lager“ können einige sich nicht vorstellen, dass die Naturgesetze so außer Kraft gesetzt wurden. Das ist kein neues Phänomen.

Stimmen denn die Berichte, die man darüber liest? Ich war ja auch nicht dabei, aber mich machen zumindest drei Eigentümlichkeiten in den Bibel-Berichten von der Auferstehung sicher:

  1. Hätte man Wirkung erzielen wollen, dann hätte man keine Berichte geschrieben, in denen zwar das leere Grab, aber die Auferstehung selbst nicht beschrieben wird. Nur im Matthäusevangelium gibt es wenigstens ein paar begleitende Effekte. Die anderen verzichten auf eine dramatische Schilderung.
  2. Es sind sehr unterschiedliche Berichte in den vier Evangelien. Die Anzahl der Menschen, die zum leeren Grab kommen. Die Situation dort. Das klingt alles wie die Berichte von Menschen, die Augenzeugen waren. Hätten die Freunde von Jesus gelogen, hätten sie sich besser abgesprochen. Und hätten sie gelogen und damit die Absicht verfolgt, eine Religion zu gründen oder wenigstens eine Sekte, so hätten sie auch dafür gesorgt, dass die Berichte aufeinander abgestimmt werden.
  3. Es sind ausgerechnet Frauen, die als die ersten Zeuginnen der Auferstehung auftreten. Hätten die Autoren der biblischen Berichte etwas „inszenieren“ wollen, hätten sie es besser gemacht. Frauen durften nicht einmal vor Gericht aussagen, galten im jüdischen Kontext als unzuverlässig. Die, die später in der neuen Bewegung wichtig werden, werden mit Schwächen und Fehlern beschrieben. Auch das vermeiden die, die lügen…

Diese und einige Argumente mehr finden sich in dem Buch von Heinz-Peter Hempelmann „Wirklich auferstanden“.

Wenn Jesus auferstanden ist, dann ist das die Bestätigung, dass seine „Lehre“, sein Weg, ins Leben führt. Wenn Jesus auferstanden ist, dann gibt es auch Hoffnung für mich. Wenn Jesus auferstanden ist, was sollte ihn und seine Liebe dann noch aufhalten können? Wenn Jesus auferstanden ist – wenn ich auch auferstehen werde – dann bekommt alles, wirklich alles eine neue Bedeutung.

Es gibt eine große Erzählung von Jesus, die mich zudem darauf vertrauen lässt, dass ich eines Tages bei meinem Vater im Himmel ankommen werde, doch dazu in einem der nächsten Beiträge in dieser Serie…