Es ist Advent und mir gehen viele Gedanken zu Tod und Sterben durch den Sinn. Eigentlich kein Wunder, wenn man mehr als 100 Einsätze im Jahr als Beerdigungsredner hat. Und – irgendwie auch passend. Meine überzeugte Hoffnung ist es, dass Jesus den Tod besiegt hat. Doch was heißt dieser fromme Spruch? In den nächsten Wochen werde ich eine Serie unter dem Titel „Wo kommen wir da hin?“ veröffentlichen. Und ich hoffe, dass Leserinnen und Leser damit in das „adventliche Nachdenken“ über den Tod hineinkommen.

Wo wir hinkommen, wenn wir eines Tages gehen? Werden wir uns wiedersehen? Gibt es ein „unten“ und ein „oben“ – wer geht dann in den Keller und wer landet droben? Treffen die einen die richtige Wahl und die anderen leiden ewige Qual? Was ist mit Unwissenden und Kindern? Die können nicht wählen. Wird der „gerechte Gott“ auch sie ewig quälen? Oder ist da ein Vater, der alle liebt und jedem das ewige Leben gibt?

Doch: Wenn am Ende für alle „Willkommen“ steht: Was ist dann mit Stalin und Hitler und Pinochet? Und was ist mit den Opfern der Tyrannen? Sind alle friedlich zusammen? Kommen die Täter schon wieder davon – im Zeichen des liebenden Gottessohns?

Und was ist mit mir, mal heilig, mal Täter – was wird aus mir, später? Werd‘ ich für meine Fehler gepeinigt, oder im Feuer von ihnen gereinigt?

Das ist mein Glaube, ist Liebe und Hoffen: Der Himmel steht allen offen. Verdient hat ihn keiner, am Ende entscheidet nur einer.

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