Ich liebe den Herbst. Ich liebe das Geräusch von raschelndem Laub, das ich mit meinen Füßen vor mir hertreibe. Ich liebe es, wenn sogar der harte Boden am Albtrauf plötzlich weich federnd wird. Die Welt wird bunt, verändert sich – überall tauchen Pilze auf, Bäume geben die Sicht frei auf das, was sie im Sommer verborgen und geborgen haben.

Mit mir in dieser Zeit spazieren zu gehen oder zu wandern stelle ich mir für andere anstrengend vor. Überall gibt es etwas zu entdecken, immer wieder reizt mich eine Ansicht, ein Blick, etwas, das mich verblüfft oder in seiner Schönheit anspricht. Ein Baum wirft seinen Schatten auf einen Baum…

Mich „spricht“ das an, lässt mich vergessen, worüber ich eben noch nachgegrübelt habe. Es redet zu mir. Manchmal ist es, als ob Gott selbst sich mit meinem Innersten verbindet, weil er mir etwas zu sagen hat.

„Schau dir die Größenverhältnisse an, kleiner Baum. Ich bin der Große von uns beiden. Hab keine Angst.“

Das nächste Bild ist entstanden, weil ich die Perspektive geändert habe. Von oben sah die kleine Pilzgruppe etwas jämmerlich aus. Manche Fruchtkörper waren schon ziemlich hinüber, andere schienen so zerzaust…

„Wenn du die Perspektive änderst, erkennst du die Schönheit. Und vergiss nicht, weil sie vergehen, entsteht neues Leben…“

Nicht immer „redet“ Gott. Manchmal sind es Gefühle, manchmal eigene Gedanken, aber wer will das unterscheiden? Gottes Geist versteht sich auf die Kunst, sich in unsere Gedanken einzuweben, uns Hoffnung, Glaube, Liebe zu stärken. Wir müssen zum Glück nicht immer begreifen wie er das macht. Er tut es. Das ist genug.

Auch zu den nächsten Bildern gibt es Gedanken, Eindrücke, Worte. Aber – was kommt dir in den Sinn, wenn du sie siehst? Könnte es sein, dass da ein Flüstern Gottes zu hören ist?

Gott segne dich im Herbst mit Hoffnung, Glaube und Liebe.