Der Erde ganz nah, dem Himmel entgegen

Löwenzahn, schwäbisch: Bettseucherle

Pflanzen fangen in der Regel ganz unten an – na ja, die meisten jedenfalls. Und sie recken sich nach oben. Und: Sie zeigen etwas von der Phantasie und der Fülle dessen, der sie geschaffen hat. So möchte ich auch sein. Vielleicht zieht es mich ja deshalb auch immer wieder hinaus, um zu fotografieren. Gerade jetzt, im Frühling…

Zu manchen Pflanzen hat es mich schon immer hingezogen: Zu Erdbeeren, wenn sie reif sind, aber auch zu den irgendwie exotisch wirkenden: Seidelbast ist so eine Pflanze. Und es zieht mich zu denen, die etwas von der Kraft der Urzeiten in sich haben: Schachtelhalm und Mammutbaum zum Beispiel.

Erdbeere, jetzt schon schön, aber – muss man noch warten…
Wenn die Kirschen im nachwinterlichen Wald mit ihren Blüten alles heller machen.

Das Leberblümchen hat seinen Namen angeblich von der Form seiner Blätter, die Märzenbecher – nun die blühen eben im März, die Anemonen oder Buschwindröschen bewegen sich im Wind sehr anmutig „Windsbraut“ oder „Schönheit in Bewegung“ könnte man den Namen übersetzen. Und die Küchenschelle hat mit Küche nun gar nichts zu tun, sondern mit „Küh-chen“, der kleien Kuh also. Das alles sind Frühblüher.

Schachtelhalm, den gab es schon als noch nicht einmal an Dinosaurier zu denken war…

Mammutbäume – in Württemberg sind viele auf Saatgut von Wilhelm I. gepflanzt worden, der sich bei der Bestellung von Saatgut wohl etwas vertan hatte. Und sie wachsen und gedeihen…

Für mich ist der immergrüne Baum ein Kuschel-Objekt. Ich habe es sonst nicht so mit dem Umarmen von Bäumen, aber die Rinde von diesen sanften Riesen, die muss man einfach mal gefühlt haben!

Seidelbast hat einen ganz eigentümlichen Glanz.
Direkt am Holz wachsen die Blüten des Seidelbastes. Eine so große Pflanze habe ich bislang nur einmal – im Brieltal – gesehen.

Besonders beeindruckend sind Pflanzen natürlich dann, wenn sie in Massen auftreten. Bei Leberblümchen ist es manchmal so, dass man nur eins entdeckt – und dann nach und nach mitbekommt, dass da die ganze Zeit schon tausende im Wald standen, die aber so vor sich hingeschwiegen hatten. In Überkingen, im Brieltal, im Glastal, im Pfaffental breiten sich ganze Teppiche von Märzenbechern aus. Ganz besonders beeindruckend ist das im im Wolfstal mit seinen engen Felsdurchgängen, dazwischen der „Zinnoberrote Kelchbecherling“, ein sehr seltener Pilz.

Zu den Pflanzen zieht es mich immer wieder hin. Gerade im Frühjahr, wenn sie anzeigen, dass „es“ wieder los geht. Und jedes Jahr scheine ich neue Blumen und Kräuter zu entdecken. Von vielen kenne ich die Namen nicht, aber sie sind – alle auf ihre Weise – wunderschön.

Die meisten von ihnen fangen unten an und recken sich nach oben – so möchte ich auch sein, mich nach „oben“ ausstrecken zu dem, der mich geschaffen hat – als Schönheit und als Zeichen für seine Größe.

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