Der Satz des Jahres

Am Anfang eines neuen Jahres kann man auf unterschiedliche Art zurück und nach vorne blicken. Wichtige Sätze, markante Worte sind für mich eine Möglichkeit. Ich habe mich gefragt: Was war für mich der Satz des Jahres?

„Man lässt keine Menschen ertrinken, Punkt.“ Das ist für mich der wichtigste Satz des Jahres 2019. Pastorin Sandra Bils hat ihn auf der Abschlussveranstaltung des Kirchentages in Dortmund gesagt. Es kann nicht sein, dass Menschen auf der Flucht im Mittelmeer ertrinken und andere Menschen schauen dabei zu. Natürlich kann man über den richtigen Umgang mit Fluchtursachen und über die Ausgestaltung des Asylrechts streiten. Das kann und das darf man. Aber man lässt keine Menschen ertrinken, Punkt.

So einfach ist das. Der Satz ist keine Theorie, sondern Nächstenliebe, also Menschlichkeit, Punkt. Und der Satz wird zur Tat: Die Evangelische Kirche hat zusammen mit vielen anderen Organisationen alles auf den Weg gebracht, damit voraussichtlich ab Ostern ein weiteres Schiff im Mittelmeer Menschen vor dem Ertrinken rettet. Man lässt keine Menschen ertrinken. Das könnte auch der Satz des Jahres 2020 werden. Punkt.

Ach ja: Sätze kann man viele machen. Was ist Ihr Satz der Nächstenliebe im Jahr 2019 gewesen? Wie kann er 2020 zur Tat werden?

Dieser Beitrag wurde am 4. Januar 2020 im Reutlinger Generalanzeiger (GEA) in der Rubrik „Auf ein Wort“ veröffentlicht. Veröffentlichung – auch in Auszügen – nur nach vorheriger Zustimmung des Autors (c) David Andreas Roth.

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