angedacht, 7.7. 2012, Metzinger Volksblatt

Manchmal weiß ich nicht so genau, was ich will. Aber ich weiß, was ich nicht will. Manchmal weiß ich auch nicht so genau, was ich glaube, aber ich weiß, was ich nicht glaube. Und manchmal lohnt es sich darüber nachzudenken und vielleicht da mit dem Glauben anzufangen, wo man noch nicht so genau weiß, was man eigentlich glaubt, aber schon ahnt, was man nicht glaubt. In Berlin habe ich vor Jahren an einer Kirche den ersten „Glaubenssatz“ gesehen, den ich hier im „angedacht“ andenke.

  • Ich glaube nicht, dass es etwas gibt, wonach ich mich so sehr sehne wie nach Gott.
  • Ich glaube nicht, dass das Leben mit dem Tod zu Ende ist.
  • Ich glaube nicht, dass es egal sein kann, wie wir Menschen unser Leben leben.
  • Ich glaube nicht, dass wir Menschen alles verstehen können.
  • Ich glaube nicht, dass dieses bunte, vielfältige Leben ohne Einwirken einer höheren Intelligenz entstanden ist.
  • Ich glaube nicht, dass ich ohne die Gewissheit leben könnte, dass ich Würde habe.
  • Ich glaube nicht, dass ich schuldlos bin und keine Vergebung brauche.
  • Ich glaube nicht, dass es jemanden gibt, der sich so sehr nach mir sehnt wie Gott.

Was sind Ihre Glaubenssätze?